Die private Energiewende: Grüner Strom fürs Elektroauto

Wer ein Elektrofahrzeug anschafft, leistet zwar einen Beitrag zur Verkehrswende, trägt jedoch gleichzeitig dazu bei, dass der Strombedarf ansteigt.
Diesen zusätzlichen Stromverbrauch mit erneuerbaren Energien oder Energiesparmaßnahmen auszugleichen, ist das Ziel des Projektes „Innovativer Klimaschutz in Privathaushalten – Ausgleich des zusätzlichen Strombedarfs der E-Mobilität durch Ausbau Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz (E-Mob EE)“ vom Öko-Institut und dem Büro Ö-quadrat.

Mitmachen: Treibhausgasemissionen selbst reduzieren

Rund 3.000 Kilowattstunden Strom benötigt ein E-Pkw im Jahr, wenn er 14.000 Kilometer gefahren wird – genauso viel Strom, wie durchschnittlich ein Zwei-Personen-Haushalt pro Jahr verbraucht. Im Pilotprojekt sollen rund 200 Käuferinnen und Käufer von Elektrofahrzeugen im Raum Freiburg und Raum Stuttgart dafür gewonnen werden, einen persönlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Sie erhalten eine über das Projekt finanzierte, d.h. für sie kostenlose Beratung, wie sie den zusätzlich benötigten Strom entweder selbst erzeugen und eine Solaranlage auf dem eigenen Dach installieren, sich finanziell beim Aufbau neuer Photovoltaikanlagen beteiligen oder Energie an anderer Stelle einsparen können, zum Beispiel durch die Anschaffung stromsparenderer Haushaltsgeräte.

Private Käuferinnen und Käufer von E-Pkws in Baden-Württemberg, Raum Freiburg und Stuttgart, können sich ab sofort bei Interesse an einer Beratung für eine Teilnahme anmelden: https://www.oeko.de/anmeldung-e-mob-ee. Die Beratungen finden ab Februar 2022 statt.

Potenziale für den Klimaschutz

Zur Erreichung der nationalen Klimaziele muss unter anderem der motorisierte Individualverkehr auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden: Nach dem Willen der Bundesregierung sollen im Jahr 2030 sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dadurch würde sich die Stromnachfrage im Verkehrssektor etwa verdreifachen – das bedeutet zusätzlich bis zu 30 Terrawattstunden jährlich oder rund fünf Prozent des deutschen Stromverbrauches des Jahres 2019. Damit diese Umstellung in sich klimaschonend erfolgt, sollte der zusätzliche Strombedarf der E-Fahrzeuge aus erneuerbaren Energien gewonnen und/oder an anderer Stelle durch Effizienz- bzw. Stromsparmaßnahmen eingespart werden.

Würde nur jeder zweite Käufer oder jede zweite Käuferin eines Elektroautos sich gleichzeitig eine mittelgroße Photovoltaik-Anlage mit sechs Kilowatt aufs Dach setzen, so könnte der zusätzliche Strombedarf aller E-Fahrzeuge komplett abgedeckt werden.

Förderung

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.